HomeAssistant: ZHA oder Zigbee2MQTT

Startet man frisch mit HomeAssistant und möchte seine ersten Zigbee Geräte einbinden, kommt schnell die Frage auf „Soll ich ZHA oder doch lieber auf Zigbee2MQTT setzen?“.

Wo die Unterschiede der beiden Systeme liegen und weshalb ich auf Zigbee2MQTT (kurz: Z2M) gewechselt bin, in diesem kurzen Beitrag.

ZHA

Bei ZHA handelt es sich um die HomeAssistant eigene Zigbee Integration. Über ZHA dient dabei als zentrale Integration, welche die Zigbee Geräte an HomeAssistant weitergibt und die einbindung der Geräte verwaltet.

ZHA basiert dabei auf dem OpenSource Projekt „zigpy“. Dies bedeutet alle Hardware Koordinatoren welche von zigpy unterstützt werden, können auch zur Verwaltung des ZHA Netzes genutzt werden.

Anders als Z2M ist ZHA etwas schlanker und einfacher einzurichten, da es bereits im HomeAssistant integriert ist. Einfach den Zigbee Koordinator anschließen und die Integration starten.

Da ZHA einfach die standard Zigbee Werte nutzt, werden zahlreiche Geräte unterstützt, oft aber nur mit eingeschränkten Werten die ausgelesen werden können.

Z2M:

Zigbee2MQTT basiert, wie der Name schon sagt, auf 2 Verschiedenen Systemen.

  1. Zigbee2MQTT: steuert den Zigbee Koordinator an und ist für die gesamte Verwaltung der Zigbee Geräte zuständig
  2. MQTT: Der MQTT Broker ist die Schnittstelle zwischen Z2M und HomeAssistant.

Die Trennung der beiden Dienste macht das Setup natürlich etwas komplexer und ist anfälliger für Fehler. Bietet aber den Vorteil, dass die beiden Dienste unabhängig voneinander laufen können.

Stehen z.B. auf der eigentlichen HomeAssistant Hardware nicht genügend Ressourcen zur Verfügung, können Teile des Setups auf eine andere Hardware ausgelagert werden.

Im Gegensatz zu ZHA, muss bei Z2M jedes Gerät einzeln für die Integration im Z2M programmiert werden. Durch die große Community hinter Z2M sind aber eigentlich alle gängigen Geräte unterstützt. Der Vorteil der händischen Anpassung ist zudem, dass alle Werte die das Geräte sammelt auch ausgelesen werden können.

Vergleich ZHA – Z2M:

ZHA;

  • einfacher einzurichten
  • bereits in HomeAssistant integriert
  • durch Standardabfragen sind viele Geräte nach dem Zigbee Standard unterstützt
  • relativ neues Projekt

Z2M:

  • anpassungsfähiger
  • detailliertere Gerätesteuerung
  • größere Community
  • bereits etabliert

Warum ich von ZHA zu Z2M gewechselt bin:

Ich habe beim starten von HomeAssistant direkt mit ZHA losgelegt (war ja einfach dabei). Dies funktioniert im Grunde auch durchaus gut, meine Geräte wurden unterstützt und diese funktionierten.

Warum bin ich also von ZHA auf Z2M gewechselt?

Ein großer Faktor war die Stabilität der Integration. ZHA stürzte bei mir immer mal wieder ab, weshalb ich die Integration öfters neu starten musste. Zudem haben einige Geräte immer mal wieder die Verbindung verloren oder schalteten erste Sekunden später – kein Weltuntergang, geht aber besser.

Schaute man sich bei der Fehlersuche die Karte des ZHA Netzwerkes an, waren dort angeblich gut verbundene Geräte, welche ich aber seit Monaten schon nicht mehr im Einsatz hatte. Diese Übersicht war also zu Fehlersuche absolut unbrauchbar, da auf die Werte kein Verlass war.

Also mal einen Abend hingesetzt und alle Geräte auf Z2M umgezogen.

Siehe da, plötzlich waren die Geräte wesentlich schneller im schalten, obwohl ich den gleichen Kanal für das Funknetz verwendet habe. Außerdem wurden bei einigen Geräten mehr Daten als unter ZHA angezeigt.

Ein großer Vorteil war auch, dass Z2M viele Geräte mit Softwareupdates versorgen kann, unter ZHA lief dies nur mit ein paar Lampen von Ikea, nun sind auch die Hue Lampen auf dem neusten Stand.

Die Karte ist im Z2M ebenfalls besser, diese Lädt zwar bei jedem Aufruf neu, dafür sind auch nur aktuelle Werte der Geräte in der Karte angezeigt

Wer sich also noch nicht sicher ist, ob ZHA so das richtige ist, sollte mal einen Blick auf Z2M werfen. Auch wenn die Einrichtung etwas aufwendiger ist, hat sich der Wechsel hier definitiv gelohnt.


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